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Pfarrerin Barbara Plümer
Haben
Sie
heute schon geklagt?
Das fragt
uns keiner. Kein Wunder. Klagen,
Nörgeleien, Schimpftiraden die hören wir fast täglich.
Anlass dazu finden wir allzu leicht und all zu oft.
Denn all zu oft sind wir unzufrieden.
Aber wie sieht das
umgekehrt aus:
Haben Sie heute schon gelobt?
Die Frage kommt Ihnen vielleicht seltsam vor.
Denn Lob ist bei uns aus der Mode geraten.
Selten loben wir jemanden. Dabei tut es uns selbst
sehr gut, wenn wir gelobt werden.
An einem Küchenschrank habe ich einmal
einen Aufkleber gesehen: „Hast du heute schon
dein Kind gelobt?“ Eine gute Erinnerung -
zumal im Umgang mit Kindern und Jugendlichen.
Denn wenn ich in der Jugend gelobt wurde,
ist das eine gute Grundlage für meine
eigene Wertschätzung. Wenn ich gelobt werde,
kann ich auch selbst loben.
In
der Bibel betet jemand:
Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang
sei gelobet der Name des Herrn! (Ps. 113,3)
Den Namen des Herrn
loben, also Gott loben.
Für viele sicher ein ungewohnter Gedanke.
Wie soll das
aussehen? Ich kann ihm ja schlecht
auf die Schulter klopfen. Außerdem: Brauche
ich
dazu nicht einen besonderen Anlass?
Gott loben ist
eigentlich ganz leicht. Ich brauche
mich dabei an keine festen Zeiten zu halten
oder an feste Formen. „Vom Aufgang der Sonne
bis zu ihrem Niedergang“, von Sonnenaufgang bis
Sonnenuntergang, das umfasst den ganzen Tag,
ja das ganze Leben.
Mein
ganzes Leben kann ein einziges Lob
Gottes werden, wenn ich Gott in mein Leben einbeziehe.
Ich lobe ihn mit meiner Begeisterung am Leben,
beim Feiern, Singen, Beten und Tanzen. Ich lobe ihn,
wenn ich an guten und schlechten Tagen mit ihm lebe.
Und
wem das hilft, der kann ja
abends
oder morgens
eine Kerze für Gott anstecken und Gott
von den Freuden und Sorgen des Lebens erzählen.
Vielleicht werden Sie dabei ja auch zufriedener.
Dann findet sich noch mehr Grund zu loben.
Und
seien Sie sicher: Nicht nur Sie freuen sich über Lob!
Auch Gott geht unser Lob runter wie Öl!
Pfarrerin
Barbara Plümer
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