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Kinder in die Mitte - Kinder in der Kirche

„Er nahm ein Kind, stellte es in ihre Mitte". Eine gute Idee von Jesus. Nicht so, wie Herbert Grönemeyer es vor einigen Jahren gesungen hat „Kinder an die Macht", sondern „Kinder in die Mitte". Dort gehören sie hin.

Das hat die Landessynode der Ev. Kirche von Westfalen schon 1997 festgestellt. Am Ende eines längeren Prozesses unter dem Motto „Ohne uns sieht eure Kirche alt aus" verabschiedete sie eine Kinder- und Jugendcharta, als grundlegende Selbstverpflichtung unserer Kirche. Diese Charta bringt vor allem einen Gedanken auf den Punkt: Kinder und Jugendliche gehören in die Mitte der Gemeinde: „Die Botschaft Jesu Christi ergeht an alle Altersstufen. Eine zum Glauben einladende Kirche ist eine kinder- und jugendfreundliche Kirche. Sie lässt sich durch Kinder und Jugendliche prüfen, lernt von und mit ihnen und lädt sie zur Gestaltung von Gemeinde und Gesellschaft ein".

Inzwischen sind zehn Jahre ins Land gegangen. Die Zeiten haben sich verändert. Die Mitgliederzahlen in den Gemeinden sind gesunken, die Kirchensteuer ist zurückgegangen und Fehlentscheidungen in der Vergangenheit führen zu erheblichen finanziellen Einschränkungen. Alle Bereiche stehen auf dem Prüfstand, auch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Kindergärten können nicht mehr getragen werden, die Offene Ganztagsschule muss zwingend ohne Kirchensteuermittel auskommen, ja bestenfalls noch Mittel erwirtschaften. Vor diesem Hintergrund gibt es jetzt eine neue Initiative, die auf die Bedeutung von Kindern und Jugendlichen in unseren Gemeinden aufmerksam macht. „Auf Jugend bauen" heißt sie und ist im März an den Start gegangen.

Die Kampagne enthält eine doppelte Botschaft:

1.) Kinder und Jugendliche sind die Zukunft der Kirche. In den Kindern und Jugendlichen und in ihrem Bezug zur Kirche, liegt die Zukunft der Institution Kirche und damit auch die Zukunft unserer Gemeinden. Wer als Kind oder Jugendlicher gute Erfahrungen in seiner Gemeinde gemacht hat, ist auch nach vielen Jahren „der Abwesenheit" oft wieder ansprechbar für die Anliegen der Gemeinde.

2.) Kinder und Jugendliche sind die Gegenwart der Kirche. Kinder und Jugendliche sind schon jetzt Teil der Kirche, auf die man bauen kann. Kinder und Jugendliche nehmen schon heute am Gemeindeleben teil, sind Menschen, die in einer Gemeinschaft etwas Sinnstiftendes für sich und andere tun wollen und so ihre Kirche gestalten.

Auf einem der Plakate der neuen Kampagne ist ein Wecker zu sehen, darüber ist zu lesen: „Zukunft nicht verschlafen". Und als Unterzeile: „Was ist wichtiger für die Welt von morgen, als aufgeweckte Kinder und Jugendlichen? Je mehr wir den Nachwuchs fördern, um so besser für uns alle. Aufstehen, bitte!". Darum geht es: Die Zukunft nicht verschlafen, Kinder in die Mitte und sie begleiten und fördern. Bitte steht auf und macht mit.

Hans-Werner Ludwig
Jugendreferent im Kirchenkreis Hattingen-Witten

Infos unter: www.aufjugendbauen.de 

 

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letzte Aktualisierung dieser Seite: 03-10-07
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