Eh wir entscheiden
Ja
und Nein
(Römer 7. 7-25)

Eine Andacht von Diakon
Christian Heinze
Liebe Leserinnen und Leser,
Vielleicht ergeht es ihnen ebenfalls
wie mir.
Sie stehen nicht selten vor einer Entscheidung,
müssen Stellung beziehen und wägen Für und Wieder ab.
Sie bedenken Kompromisslösungen oder antworten
mit Ja oder Nein auf ein Angebot.
Wie entscheiden Sie sich?
Sagt der Bauch oder das Herz,
wo es lang geht?
Leitet Sie ihr Glaube, entscheidet die Vernunft?
Oft bin ich bei solchen
Entscheidungen
hin und her gerissen zwischen dem,
was ich eigentlich will und dem was ich dann tue.
Ich unterliege ständig dieser
Zwickmühle,
die bereits den Menschen der urchristlichen
Gemeinden bekannt war.
Paulus greift diese Problematik in
seinem Brief
an die Gemeinde Roms auf und spricht klar
von dieser inneren Widersprüchlichkeit:
zwischen dem, was wir wollen und dem was wir
letztendlich tun. Er ermutigt die Gemeindeglieder dazu,
einen festen Standpunkt einzunehmen, der jedoch
immer wieder neu überdacht werden soll.
Die innere Widersprüchlichkeit gehört dazu.
Nur mit ihr sind wir in der Lage, auch den anderen
anzuerkennen, seine Entscheidung zu verstehen
und in Liebe einander zu begegnen.
Auch Gott gegenüber stehen wir
ständig in einer
Entscheidungsbeziehung. Gott macht uns ein Angebot,
aber sein Angebot steht bereits, bevor wir ihm antworten. Gott sagt Ja
zu uns, bevor wir Ja zu ihm sagen.
Gott macht seine Liebe zu uns nicht abhängig
von unserer Liebe zu ihm.
Das zu wissen, empfinde ich als sehr
tröstend.
Gott freut sich, wenn wir laut Ja zu ihm
sagen, und Gott hat Verständnis, wenn unser Ja
zu ihm leiser klingt. Niemand von uns kann und muss
immer und überall ein Glaubensheld sein.
In uns allen steckt auch ein Glaubenszwerg.
Oft ringen in uns Glauben und Zweifel miteinander.
Doch Gott sagt uns, mir und dir, bereits in der Geburt zu:
Ich liebe euch so, wie ihr seid.
Es grüßt Sie herzlich
Christian Heinze
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