Der Mensch
lebt nicht vom Brot
allein,
sondern
er lebt zuerst und zuletzt von dem Wort,
das
aus dem Munde
Gottes kommt.
(5. Mose 8,3b)

Eine Andacht von
Pfarrerin Barbara Plümer
Liebe
Gemeinde!
Sind sie
Ihnen auch schon beim Bäcker begegnet?
Die Ernte-Kronen aus Stroh? Lustig drehen sie sich über
der Theke. In der Hektik des Geschäftslebens sind sie ein letzter
Hinweis auf das Erntedankfest. Ob die Menschen
vor und hinter der Theke noch um seinen Inhalt wissen?
Um den Dank dafür, dass wir alles Lebens-NOT-wendige haben?
Jetzt zur
Erntezeit können wir die frischen Lebensmittel
auf den Märkten sehen: Rotbackige Äpfel, erdige Kartoffeln, knackige Möhren
und kugelrunde Kohlköpfe. Dank reicher Ernten werden wir mehr als
satt.
Doch: "Der
Mensch lebt nicht vom Brot allein,
sondern er lebt zuerst und zuletzt von dem Wort,
das aus dem Munde Gottes kommt."
(5. Mose 8, 3b)
Das
weiß auch der alte Bäcker in der Jakobstraße.
Und gerade das
gefällt seinen Kunden. Denn hier erleben
sie Szenen wie diese: "Sie sehen bedrückt aus", sagt der alte
Bäcker. "Ich habe Angst um meine kleine Tochter", antwortet
der Busfahrer Gerald. "Sie ist gestern aus dem Fenster gefallen,
vom 2. Stock!" - "Wie alt?", fragt der Bäcker. "4
Jahre", antwortet Gerald. Da nimmt der Alte
ein Stück Brot vom Ladentisch, bricht zwei Bissen ab und gibt Gerald
ein Stück mit den Worten: "Essen Sie mit mir!
Ich will an Sie und Ihre kleine Tochter denken."
Der Busfahrer hat so etwas noch nie erlebt, aber er
versteht sofort, was der Bäcker meint, als er ihm das Brot
in die Hand gibt. Und so essen sie schweigend ihr
Brotstück und denken an das Kind im Krankenhaus.
Zuerst
ist Gerald mit dem Bäcker allein. Dann kommt eine Frau vom Markt
herein. Sie will nur schnell Brot holen.
Doch bevor sie ihren Wunsch äußern kann, gibt ihr der Bäcker ein Stückchen
Brot in die Hand: "Kommen Sie,
essen Sie mit uns: Die Tochter dieses Herrn liegt schwer verletzt im
Krankenhaus - sie ist aus dem Fenster gestürzt.
4 Jahre ist das Kind. Der Vater soll wissen, dass wir ihn
nicht allein lassen." Und die Frau nimmt das Stückchen
Brot und isst mit den beiden.
Der
Bäcker hat erkannt, was für den besorgten Vater lebens-NOT-wendig ist:
Gemeinschaft. Deshalb teilt er
mit ihm das Brot.
Ich
wünsche Ihnen, dass auch Sie mit allem Lebens-NOT-wendigen gesegnet
werden - so wie der Busfahrer Gerald. Er hat erlebt, was es heißt:
"Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern er
lebt zuerst und zuletzt von dem Wort, das aus dem Munde Gottes
kommt."
Pfarrerin
Barbara Plümer
pluemer@trinitatis.org
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